Neu im Onilo Blog Oktober 2013: “Onilo als Spielwiese für kreative Köpfe”

Onilo Blog-Beitrag, Oktober 2013, Albert Hoffmann

Onilo tauchte vor gerade einmal zweieinhalb Jahren auf. Was wohl niemanden überrascht(e), war und ist das Hingezogen-Sein der Schüler zu diesem Portal, basiert es doch auf dem Medium Internet; was Lehrern wohltuend auffiel und –fällt, das ist die schiere Leichtigkeit, mit der man auf entspannte Weise Schüler für Literatur begeistern kann. Die naheliegende, mit Sicherheit nicht die schlechteste Art, Onilo im Unterricht einzusetzen, ist und bleibt das schnörkellose, gemeinsame Lesen und Erleben von Geschichten als Boardstories. Ohne Aufwand, effektiv, nachhaltig und mit viel Freude.

Doch Onilo wäre kein junges Lehr-Medium, würde es nicht für kreative Lehrer Entdeckungen und Überraschungen bereithalten. Geheimnisse bedürfen jedoch der Enthüllung. Mit Fantasie und Cleverness gilt es die Tiefen dieses Mediums auszuloten.

Die ersten Versuche sind gemacht und stimmen freudig:

a) Exzellent gestalteter Unterricht

Christina Elmer (GS St. Martin, Deggendorf) achtete in ihrer Lesestunde (Lehrprobe, 2. Staatsprüfung) auf die ausgewogene Verwendung von Buch und Boardstory, also von Print- und Digitalversion derselben Geschichte („Prinzessin Anna oder Wie man einen Helden findet“). Onilo wurde von ihr als Medium für das laute Lesen im Klassenverband als auch per Schülercode (mit Laptop) für das Übungslesen in Kleingruppen eingesetzt.

a) Hinführung
Klärung schwieriger Begriffe / Schüler enthüllen das eingepackte Buch schrittweise /Äußerungen zum Cover / Vermutungen zum Inhalt des Buches

b) Erarbeitung
Textbegegnung1: Schüler lesen den ersten Abschnitt laut vor (Onilo-Boardstory) / Gespräch über Inhalt

Textbegegnung 2: Weiterer Abschnitt / Chorlesen, rollenverteiltes Lesen (Boardstory) / Verbalisieren von Gedanken und Gefühlen der prinzessin

Textbegegnung 3: Lautes Vorlesen der Schüler (Boardstory) / Bildbetrachtung im Sitzkreis / Vorlesen des Lehrers aus dem Buch

Textbegegnung 4: Lehrer-Schüler-Gespräch /Antizipation / Überlegung: Was muss eine Prinzessin tun, um gerettet zu werden?

Textbegegnung 5: Rollenverteiltes Lesen in Kleingruppenarbeit an den Laptops (Onilo-Schülercode) / Aufgabe: Was unternimmt Annabel, um einen Helden zu finden?

Textbegegnung 6: Schüler-Vortrag / Hören und Mitlesen am Board / Anheften von Gegenständen an Tafel

Am Rande vermerkt: Frau Elmer bekam hierfür eine sehr gute Prüfungsnote.

b) Onilo in Kombination mit dem Leseportal Antolin

Frau Rita Faschinger (GS Witzmannsberg), eine Expertin für freie Lese-Übungsstunden mit dem Leseportal Antolin, unternahm im letzten Schuljahr den Versuch, die beiden Portale Antolin und Onilo miteinander zu kombinieren. Mit großem Erfolg. Im ersten Teil der Stunde lesen die Kinder die Onilo-Boardstory am Interaktiven Whiteboard. Eingeschlossen sind Lehrer-Schülergespräche zum Thema, Worterklärungen und eine zusammenfassende Wiederholung der Geschichte. In der Regel hat Frau Faschinger den Ausdruck des Antolin-Fragensatzes vor sich liegen, um zumindest die schwachen Leser noch besser auf die Antolin-Aufgabe lenken und vorbereiten zu können. Anschließend dürfen sich die Kinder am PC in Individualarbeit am Fragensatz versuchen und ihre Punkte abholen.

Frau Faschinger ist von dieser Kombination begeistert: „Sie stellt vor allem eine kräftige Unterstützung für die schwachen Leser dar. Kein Wunder, dass die Punkte-Sammlung bei Antolin seitdem Bestmarken erreicht. Reicht die Zeitdauer einer Unterrichtsstunde nicht für beide Elemente meiner Lesestunde (Onilo und Antolin), so bekommen die Kinder den Schülercode mit nach Hause. Die Antolin-Punkte lassen sich ja auch von zu Hause aus erobern.“

c) Kreative Schreiberziehung auf der Basis von Onilo

Seit Jahren leitet die Schriftstellerin Renate Kaiser an verschiedenen Schulen in NRW ganzjährige AGs für kreative Schreiberziehung. Am Ende eines Schuljahres werden die Ergebnisse in einem Buch zusammengefasst – und zum Verkauf angeboten. In diesem Schuljahr verlässt sich Frau Kaiser in der St. Mauritius Grundschule Meerbusch-Büderich ganz auf den Zauber und die Wirkkraft der Onilo-Boardstories. „In Sachen Motivation brauche ich mir keine Gedanken mehr zu machen, das übernehmen die großartigen Bilder, die Teilanimationen sowie die tollen Geschichten. Onilo-Boardstories sind auch in einer Version abzurufen, die bis zum Höhepunkt führt und dann abbricht. So bleibt Raum für den eigenen Schluss. Den zu finden fällt eigentlich nicht mehr schwer, denn die Schüler kennen nicht nur die Protagonisten mit ihren Eigenheiten, sondern auch den Hintergrund der Geschichte sowie Wortschatz und Schreibstil. Eine Boardstory, die geradezu einlädt, weiterzuschreiben, ist ‚Die große Wörterfabrik‘. Wir alle sind hiervon wahnsinnig begeistert.“ 

d) Förder- und Stützkurse mithilfe von Onilo

In Passau startete der Schulrat Heinz Fuchs vor ein paar Jahren in Zusammenarbeit mit der Universität Passau (Prof. Dr. Seibert) und dem Wirtschaftsforum die Initiative „PASSgenAU“. Hier werden Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg vom Kindergarten über die Schule begleitet und gefördert. Es gibt eine Vielzahl an Kooperationspartnern: Lernhelfer, Deutsch-Förderkurse, Patenprogramme. Gearbeitet wird in Kleingruppen bis zu zehn Schülern, klassenübergreifend.
Da Lesen zu den Kernkompetenzen schulischer Bildung gehört, sucht man auch hier nach geeigneten Methoden, diesem Klientel optimal zu helfen. Im Schuljahr 2013/14 wird hierbei zum ersten Mal Onilo eingesetzt. Man erwartet sich von diesem digital operierenden Portal hohe Motivationskraft, sichtbare Lese-Fortschritte sowie dauerhafte Freude am Buch.

Neu im Onilo Blog August 2013: „Über die Freude, pädagogisch sinnvoll wirken zu können“

Onilo Blog-Beitrag, August 2013, Albert Hoffmann

Seltsam, da ist man ein Leben lang Lehrer und glaubt zu wissen, wie die Schüler, deren Denkweisen und Gefühlswelten man erleben durfte, zu behandeln sind, bis man an ein Büchlein gerät, das holterdipolter das Wert-Gefüge wanken lässt. Der Verlag bietet es an unter dem Stichwort „Lustiges/ Heiteres“. Wo ist das Kind, das nicht gerne lacht?

Her damit, auch wir möchten Anteil haben an dem, was – so scheint es – Tausende beglückt! Wir sehen unter dem Buchstaben G einen Bus, voll mit Kindern. Dazu der Satz: „Alle Kinder fahren mit dem Bus. Außer Gunther, der liegt drunter.“ Und tatsächlich, auf dem zweiten Blick sieht man tatsächlich …

Wohlgemerkt, es geht hier um ein Buch für Kinder, nicht für Erwachsene mit Vorliebe für schwarzen britischen Humor. Kürzlich besuchte ich eine Schule, an der man von einem Unfall noch ganz betroffen war: ein Mädchen dieser Schule war von einem Auto überrollt worden. Es musste mehrmals operiert werden. Zum Glück brachte ich dieses Buch nicht als Gastgeschenk mit!

Doch geht es nicht auch bei der seit nahezu 200 Jahren unverwüstlichen „Erziehungsfibel“ Struwwelpeter sehr robust her? Wir alle kennen das bittere Ende des Suppenkaspars oder das des Armen Paulinchens. Bei Wilhelm Buschs nicht minder beliebtem Max und Moritz ist es ähnlich. Den Tod dieser beiden beschreibe ich lieber nicht. Wer von uns möchte behaupten, dass er über die Streiche der beiden Protagonisten nicht auch geschmunzelt hätte? Allerdings wohl eher über deren ersten Streiche, nicht so sehr über deren Ende.

Auch wenn ich weiß, dass letztere zwei Bücher zu den erfolgreichsten Werken der deutschen Kinderliteratur gehören, fühle ich mich besser, wenn ich im Unterricht mit Geschichten arbeiten kann, die eine heitere Grundstimmung und gleichzeitig eine lebensbejahende, optimistische Ausrichtung aufweisen. Solche Stunden werden nicht nur von Schülern und Lehrer heiter erlebt, sie haben auch einen fühl- und messbaren pädagogischen Mehrwert. Nebenbei fordern sie beim Lehrer nicht die letzte Kraft, im Gegenteil: sie generieren Freude und Glücksgefühle.

Beispiele hierfür, die nicht nur als Buch, sondern glücklicherweise auch als Boardstories vorliegen:

„Als das Nilpferd Sehnsucht hatte“ von Iris Wewer. Diese Geschichte ist getragen von der Freude, die entsteht, wenn man einem anderen (in diesem Falle: dem Nilpferd) hilft. Die Situationscomic und die fantastische, irreale Logik wirken spannend und befreiend lustig. Eine Geschichte, die bis zum Schluss die Kinder in Atem hält und lachen lässt. Am Ende legen die Kinder das Buch zufrieden und vergnügt zur Seite.

„Ein Drachenfest für Feuerstuhl“ von Erhard Dietl. Vordergründig genießt der Betrachter die Tätigkeiten der Olchi-Familie, weil sie so ganz abseits des üblichen Alltagshandelns liegen. Zu komisch, wenn Olchi-Mama einen Arm voll Müll ins Haus hineinträgt statt heraus oder Olchi-Opa eine Wurfmaschine für Schlamm-Knödel baut.

Doch tiefgründiger betrachtet erleben die Kinder hier zum einen etwas, was sie eigentlich so gerne täten, ihnen aber in der Regel nicht erlaubt wird: im Schlamm wühlen, mit Schlammkugeln werfen, in Pfützen springen.

Zum anderen genießen die Kinder hier, wie schön es ist, in einer intakten Großfamilie zu leben. Mögen Papa, Mama, Opa und Oma in ihrem Tun und Denken noch so bekloppt und schräg agieren, sie verstehen sich bestens: eine Lebensgemeinschaft, die der seelischen Gesundheit nur förderlich sein kann. Die Kinder werden akzeptiert wie sie sind. Gemeinsames Tun steht im Mittelpunkt, das meist in einem irren Fest endet, an dem jeder seine Freude hat.

Es hat lange gedauert, bis die Olchis pädagogisch anerkannt waren. Nun sind sie es, zum Glück. Ähnlich erging es seinerzeit auch Astrid Lindgren mit ihrer Pippi Langstrumpf.

„Pettersson zeltet“ von Sven Nordqvist. Diese Geschichte ist ein Musterbeispiel dafür, wie das Zusammenleben von einem „Großen“(Erwachsener) und einem „Kleinen“ (Kind/ sprechende Katze) aussehen kann; wenn der Große den Kleinen als ganze Person akzeptiert und ihn wie einen Großen behandelt. Was aber nicht heißt, dass der Kleine deswegen sein entwicklungsbedingtes (Kinder-)Denken ablegt und als Erwachsener agiert. Er bleibt Kind, fühlt sich aber bestens vom Großen angenommen und aufgehoben. Welches Kind möchte das nicht: ernst genommen, in liebevoller Weise an die Hand genommen und geführt werden, inmitten eines Umfeldes, das ihm Sicherheit bietet? Mit anderen Worten: in einer größtmöglich heilen Welt seine Kindheit erleben zu dürfen. (Hier steht Sven Nordqvist in der Erzähltradition seiner Landsmännin Astrid Lindgren.)

In dieser Beziehung, die natürlich nicht ohne Brüche und komische Situationen sein kann, ergeben sich immer wieder die lustigsten Szenen, die für befreiendes Lachen bei den Kindern sorgen.

Solcher Art Geschichten zusammen mit Kindern zu lesen und zu erleben, vor allem auch in der Form, wie sie Onilo bietet, bedeutet mehr als nur sinnliche Freude; sie geben dem Lehrer, Vorleser, Büchereimitarbeiter auch die Gewissheit, den Kindern erziehlich Sinnvolles mitgeben zu können – aufgrund einer von Weisheit getragenen, allzeit gültigen Pädagogik.

Neu im Onilo Blog Juni 2013: „Ein Prosit auf die LehrerInnen mit Pioniergeist“

Onilo Blog-Beitrag, Juni 2013,  Albert Hoffmann

Die Wunschliste, wie ein Lehrer sein soll, ist lang. Ganz oben rangieren Gerechtigkeit und Freundlichkeit, gefolgt von Geduld und Engagement. Zu Letzterem zähle ich auch Mut und Pioniergeist. Was für ein Glück, wenn ein Lehrer, eine Lehrerin auch diese Eigenschaft mitbringt!


„Alles fließt“ – so beschrieben die alten Griechen kurz und prägnant den steten Wandel unserer Welt und unseres Lebens. Überall, zu jeder Zeit. Das unterrichtliche Handeln bildet da keine Ausnahme. Permanent muss es dem „Fluss der Zeit“ angepasst werden. Das ist nicht einfach, nur allzu gerne würde man sich viel lieber in eine Oase der Ruhe zurückziehen. Die Moderne im Schulalltag zeigt sich heute vielfach im elektronischen Outfit. Verlockend, gewiss – mit den fantastischen Möglichkeiten des Internets, den leuchtenden Farben, den verschwenderischen Formen, den animierten Darstellungen, der Fülle an Informationen in Echtzeit, der interaktiven Nutzung, dem hohen Motivationspotential für unsere Schüler!


Aber auch mit der gefährlichen Chance, seine Frustrationstoleranz zu überschätzen. Der Insider weiß, dass die Stressbelastung, der ein Lehrer ausgesetzt ist, sich potenziert, wenn er – in voller Vorfreude auf die Nutzung eines modernen, internetbasierten Mediums – durch technische Probleme gebremst wird: Da fehlt das Passwort für WLAN, da ist noch ein Proxy-Server vorgeschaltet, in dem Raum kann WLAN nicht empfangen werden, da lässt sich keine geeignete Projektionsfläche im Klassenzimmer finden, das Klassenzimmer ist zu klein, sodass die Kinder nicht im Halbkreis um die Tafel sitzen können, der (billige) Beamer ist relativ laut oder kommuniziert nicht mit dem Laptop etc… All das im Umfeld von unruhigen, quengelnden Schülern. Nur wer die Schule von innen kennt, weiß, zu welchen Blüten Adrenalin die Situation treiben kann.


Zum Glück gibt es aber auch die Erfolgsstories: Erfahrungen, die Mut machen und Kraft geben. Ist es dem Lehrer-Pionier (vielleicht mithilfe des Technik-Beauftragten, des Elektrikers, Schulleiters, Hausmeisters oder wem auch immer) gelungen, die moderne Technik stabil im Klassenzimmer zu integrieren, darf er sich zurücklehnen und durchatmen. Er hat ein weiteres „Staatsexamen“ bravourös durchlitten, gemeistert und die unterrichtliche Methodik in seinem Klassenzimmer ein gutes Stück in das 21. Jahrhundert gehievt. Nun ist er in der Lage, auf eine Reihe weiterer, motivierender Elemente in seinem Unterricht zugreifen zu können; nicht nur für heute, auch für die nächsten Wochen, Monate und Jahre – den Schülern und ihm selbst zur Freude. Er darf sich sicher sein, dass diese Freude weitere Lern-Motivation bei den Schülern und Arbeitserleichterung bei ihm selbst erzeugt.


Am Beispiel Onilo dürfte dies so aussehen: In dem Klassenzimmer, in dem das internetgebundene Onilo „läuft“ (ohne Stress – via Interaktivem Whiteboard oder via Beamer und Laptop, die fest im Klassenzimmer installiert sind), dürfte die Freude sich bald einstellen: Leuchtende Kinderaugen und freudiges Getuschel, wann immer der Lehrer eine Boardstory aufruft. Lautes Vorlesen zum Vergnügen, Verschlingen der Geschichte mit Auge und Ohr, emotionales Erleben der Story mit dem Lehrer. Was auch immer an Inhalt und Gehalt in der Geschichte steckt, es erschließt sich den Kindern durch die zeitgemäß-ansprechende technische Aufbereitung und durch das lockere Gespräch mit der (erwachsenen) Lehrperson. Oder mit den Worten einer Schulleiterin: „Wir beschließen jede Schulwoche (Freitag, 6. Stunde) mit einer Onilo-Boardstory. Wir genießen gemeinsam eine schöne – egal ob eher lustig oder traurig – Geschichte. Anschließend gehen wir fröhlich- entspannt ins Wochenende.“


Für den Lehrer erfordert eine solche Lese- und Literaturstunde nicht die große Vorbereitung. Das Lesen, Drübersprechen und Sichfreuen an dem Buch ist oftmals Leistung genug. „Was hier zählt, das ist die emotionale Annäherung an Literatur“, so hörte ich es kürzlich von einem Lehrer im schweizerischen St. Gallen. Ich selbst bin zutiefst überzeugt, dass ein solch atmosphärisch-heiterer Unterricht eine Menge an nachhaltiger Wirkung zeitigt.